Mein erster echter Job: Wie mit einer Ortsvorsteherwahl alles begann

Eine Lehrstunde in Demut

Es sind genau 25 Jahre her, dass ich von der Oberhessischen Presse zu meinem ersten Termin geschickt wurde. Eine Ortsvorsteherwahl in Mardorf, einem kleinen Ort im Marburger Land. Ich suchte eigentlich nur einen Ferienjob für die Zeit zwischen mündlichem und schriftlichem Abi. Ich blieb in der Redaktion bis nach meinem Volontariat, sieben Jahre später.

Ich hätte nie gedacht, dass Journalistin mein Beruf sein könnte. Schreiben war nicht meine Leidenschaft, das ist es bis heute nicht. Genauso wenig wie Atmen meine Leidenschaft ist, und doch tue ich es ständig.

Dabei hatte ich schon früher Kontakt zu Printmedien.

Mit 12 oder 13 trug ich bei uns im Dorf das Amtliche Mitteilungsblatt aus. Der schlimmste Job ever.

Bei Wind und Wetter, Hitze und Glatteis mit dem Fahrrad bergauf, bergab. Treppe hoch, Briefkasten auf, Treppe runter. Und jeden Monat das Geld eintreiben. Klingeling, Kleingeldgefuddel, Small Talk, raus.

Mal fiel das Fahrrad auf dem Glatteis um, dann flutschten die Zeitungen aus der Hand und flatterten über die Gasse, dann setzte Nieselregen ein.

Was aber immer interessant war: zu sehen, wie die Leute leben.

Manche Fachwerkhäuschen waren wie eine Zeitmaschine in die 50er, andere Wohnungseinrichtungen hatten da schon ihre beste Zeit hinter sich.

Ich bin kein Mensch, der sich für Interior Design interessiert. Sondern dafür, wie Menschen leben, was sie gerne tun, wofür sie morgens aufstehen. „Was machst du beruflich?“ ist eine meiner liebsten Fragen, weil sie immer dazu führt, was jemanden wirklich antreibt.

So gesehen war der Zeitungsjob nur halb so schlimm.

Der langweiligste war er jedenfalls nicht. Das war zweifellos das wöchentliche Putzen der Jagdhütte einen Kilometer vom Dorf entfernt, ohne warmes Wasser, mit einem halb gefüllten Putzeimer am länger werdenden Arm. Eine Lehrstunde in Demut.

Heute mache ich im Grunde dasselbe wie damals. Ich frage Menschen, was sie tun und warum. Ich höre zu, grabe tiefer, suche das Wesentliche. Nur dass ich die Antworten jetzt nicht mehr für eine Lokalzeitung aufschreibe, sondern für ihre Marke. Aus verstreuter Expertise wird eine klare Kiste. Aus „Ich mache eigentlich alles“ wird eine Geschichte, die andere sofort verstehen.

Die Neugier auf Menschen war immer da. Der Rest hat sich drum herum gebaut.

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